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Dateneingabe und Planung in Qlik mit write.bi

Der Wunsch nach Dateneingabe und Planung in Qlik, kenn ich, seitdem ich 2008 bei Qlik gestartet hatte.  In unserer Kommunikation war damals die Abgrenzung klar: das "View" in "QlikView" besagt ja schon, dass wir nur Lesend zugreifen. Diese Art der Antwort klappt mit dem "Sense" in Qlik Sense nicht mehr - und dankenswerter Weise gibt es mittlerweile auch etablierte Lösungen, um diese Anforderungen in Qlik abzubilden.

Dateneingabe und Planung in Qlik Sense

Die Historie

In QlikView war das Gewagteste was man anbieten konnte das Konzept der Simulation. Am Ende jeder Vertriebsdemo war in etwa folgender Reiter zu sehen:

Simulation in QlikView
Simulation in QlikView


Im QlikView Skript kann man Inputfelder definieren, die nicht der normalen Qlik Symbol-Table Komprimierung unterliegen. Dadurch kann der Planwert auf jeder Zelle vom Endanwender geändert werden. Mit den speziellen Oberflächen-Formeln inputsum, inputavg, etc. wird dann die Dateneingabe auf Gesamtsummen und die Verteilung auf die Details gesteuert. Damit kann ich etwa - wie im .gif oberhalb - sagen, dass ich insgesamt 4000 Umsatz mache, und davon 1500 in Sportswear. Die anderen Werte passen sich automatisch an.

Problematisch bei der QlikView Inputfield-Lösung ist aber, dass diese Usereingaben nur in Lesezeichen abgelegt werden können. Diese Lesezeichen landen in den binären .qvw.shared Files. Sie sind also in der Qlik-Welt "gefangen" und können nicht automatisiert in ein Vorsystem übernommen werden, oder als Input für weitere Qlik Analysen dienen. Außerdem wurden .qvw.shared Files bei vielen Inputfield-Werten und Lesezeichen gerne sehr groß, was diesem Feature eine zusätzliche technische Grenze setzte.

Inputfield QlikView Lesezeichen
Über Lesezeichen kann sich ein User seine Simulationen in QlikView "ablegen"


Integration von vollwertige Planungslösungen wie Corperate Planning, Jedox, Tagetik mit Qlik gab es schon früh, existieren bis heute und werden immer eine Berechtigung haben. Einige Anbieter hatten sich auch schon früh im QlikView AJAX-Client mittels Extensions an die Dateneingabe direkt in QlikView gewagt, doch ist das Extension Konzept dort doch recht limitiert.  Ein schöner Überblick über die Anbieter findet sich in diesem Blogpost für Writeback von Rob Wunderlich. Eine alte Extension von meinem ehemaligen Kollegen Stefan Walter schwirrt bis heute in Github herum. Das Schaubild zeigt sehr anschaulich wie Writeback-Lösungen technisch funktionieren.


Writeback in Qlik
Writeback in Qlik

Die Möglichkeiten in Qlik Sense

Dateneingabe & Datenerfassung

Bezüglich Dateneingabe & Datenerfassung gibt es in Qlik Sense mehrere kommerzielle Extensions die man in Betracht ziehen kann. Typische Anforderungen in diesem Umfeld sind:

- Ein Lagerarbeiter soll direkt in seinem Qlik-Dashboard ein Formular ausfüllen, um einen Bestellauftrag abzuschließen. Für diese Anforderungen würde sich neben write.bi auch Vizlib Writeback Table anbieten. 

- Section Access Berechtigungen für Qlik sollten eigentlich schon im Vorsystem vorliegen und in Qlik wiederverwendet werden. Wenn nicht kann man write.bi auch nutzen um die Section Access Tabelle zu pflegen. 

- Collaboration: User können Kommentare & Anmerkungen zu Kennzahlen am Dashboard oder in einer Profit&Loss Darstellung schreiben. Hier bietet Vizlib Collaboration und Vizlib Finance Lösungen. 

Diese Extensions schreiben in eine SQL-Datenbank oder zu einem REST-Webservice zurück. Startet man einen Qlik-Reload oder nutzt man Qlik Sense Direct Views hat man eine direkte Feedbackschleife.

In dem folgenden Beispiel sieht man eine Write! Edit Tabelle in der bestimmte Felder wie "Confirmed", "Sales" und "Quantity" für bestehende Order IDs vom Qlik-User geändert werden können. Man kann aber auch gleich ganz neue Orders erfassen und dabei automatisch auf Qlik Sense Kunden und Artikelinformationen zugreifen. 


Write! Edit Tabelle und Formular im Einsatz

Im Beispiel erzeugt der Qlik-User eine neue Order 77777. Man sieht wie sich die Kennzahl "Total Sales" im Qlik Dashboard automatisch aktualisiert. Es handelt sich dabei aber wohl um eine Falscheingabe durch den Anwender. Wählt man nun im Qlik Sense Filter die neue Order 77777, kann man diese auch in einer Formularansicht korrigieren. Da Qlik Sense im Hintergrund die Daten automatisch aktualisiert, ist nun die Kennzahl "Total Sales" auch wieder korrekt.


Write! Plan von write.bi

Einen Schritt weiter als reine Dateneingabe geht es bei der Planungs-Extension Write! Plan von write.bi. Diese bildet die ursprünglichen Ideen der Qlik Funktionen inputsum, inputavg ab und kann für Planung direkt in Qlik Sense genutzt werden.

Frontend

Write! Plan bietet die Möglichkeit direkt in Qlik Sense neue Budgets und Forecasts zu erstellen. Die Extension stellt eine Tabelle bereit in der man für einen Zeitraum (Jahr und Perioden) über beliebige Dimensionen (etwa Company, Region, SalesRep, Customer) beplanen kann. 

Der Summen- (bzw. Durchschnitts-)Algorithmus ermöglicht zwei Verteilungen: Top-down und Bottom-up:

Top-down Verteilung: Die Gesamtsumme des höheren Knotens wird gleichmäßig auf die unterliegenden Knoten der Hierarchie verteilt

Bottom-up Verteilung: wird eine Zahl in einer unteren Ebene neu eingetragen oder verändert, wird diese nach oben aufsummiert. Somit ändert sich hier die Gesamtsumme.

Im Video unterhalb ein Beispiel dazu. Ausgehend von einem Budget "Bad Year" für das Jahr 2019 wollen wir den Oktober anpassen. Zuerst ändern wir die Gesamtsumme auf 2 Millionen, um dann für die Region Ost den Wert auf 600.000 anzupassen. Dieses Budget speichern wir. Man sieht wie sich das Qlik Sense Linienchart oben links anpasst, und nun den Oktober mit 1.93 Millionen anzeigt. Ausgehend von diesem Budget können wir mit Write! Plan auch ein neues Budget "New Budget for 2021" erzeugen, welches wir auf das Jahr 2021 legen. Man sieht wie diese neue Budget-Variante nach dem Speichern automatisch in der Qlik Sense Listbox auftaucht und für das Jahr 2021 verfügbar ist.


Write! Plan im Einsatz

Das Write! Plan Objekt lässt sich wie gewohnt über das rechte Design Panel administrieren.

Write! Plan Design Panel auf der rechten Seite.

Der Export des Write! Plan Objekts nach Excel ist möglich.

Export der Write! Plan Dateneingaben nach Excel


Administration

Wichtig bei Planung ist wer planen darf, und wohin die Daten zurückgeschrieben werden. Für die Verwaltung der Planungsuser und der Daten-Endpoints kommt write.bi mit einer eigenen Weboberfläche.

Welcher User kann in Write! Plan Daten eingeben


User können via LDAP importiert werden. Damit kann man via Active-Directory Gruppen die Qlik Sense und write.bi User synchron halten.

write.bi User via LDAP synchronisieren

Wohin die Plandaten aus der Qlik Sense Oberfläche zurückgeschrieben werden, definiert man bei den Storage Connections. Typischerweise schreibt man nicht direkt in ein Quellsystem zurück, sondern nutze eine eigene Datenbank/Schema um die Write! Plan Daten abzulegen.


In welche Datenbank soll Write! Plan die Daten zurückschreiben

Einlesen der Plandaten

Im Qlik Skript kann man dann diese Plandaten dann ODBC/OLEDB wie herkömmliche Istdaten im Datenmodell ergänzen. Damit hat man eine vollständige Schleife zwischen Dateneingabe und Analyse in Qlik geschaffen.

Zugriff in Qlik Sense auf die Write! Plan Datenbank



Profit & Loss in Qlik

Profit & Loss Darstellungen haben in Qlik eine lange Historie. Beginnend in QlikView mit einer hübsch formatierten Tabelle bis zur Vizlib Finance oder IBCS Hichert-konformen TrueChart Darstellung in Qlik Sense soll dieser Blogpost die möglichen Visualisierungen beleuchten.

Eine P&L Darstellung ist keine Pivottabelle. Das wird jedem schnell klar der sich mit diesem Thema beschäftigt. Summenzeilen sind keine reinen Aggregationen, sondern ergeben sich aus bestimmten Rechenregeln, manche Zeilen sollen unterschiedlich formatiert sein, und am liebsten würden Endanwender jede Zelle kommentieren können.

Die Historie

Jahrelang war sicherlich der Nachbau  eines Dashboards von Stephen Few die beliebteste Finance Demo in QlikView.

Finance Controlling QlikView Demo nach Stephen Few

Das Dashboard war im Hintergrund der blanke QlikView-Wahnsinn und bestand aus mehreren Dutzenden Objekten. Und genaugenommen umschipperte es das Thema einer konkreten "Profit and Loss"-Darstellung ganz geschickt.

So viele Objekte sind es, wenn man es sich im Entwurfsmodus ansieht



Außerdem gab es für QlikView im Qlik Design Blog eine Vorlage für P&L, die weiterhin seine Gültigkeit hat. Wer dem Beispiel folgt, merkt aber, dass eine ganz normale QlikView Straight Table benutzt wird.

Profit & Loss Statement in QlikView
Profit & Loss Statement in QlikView

Der gleiche Ansatz funktioniert in allen Qlik Sense Versionen, ebenfalls mit einer normalen Tabelle.

Profit & Loss Statement in Qlik Sense
Mit dem Qlik Sense Februar 2019 Release wurde dann die öffentliche P&L Pivot Extension in das Qlik Visualization Bundle aufgenommen, welche eine freiere Formatierung der P&L Darstellung erlaubt.

P&L Pivot als Teil des Qlik Visualization Bundles



Die vollwertigsten Lösungen inklusive Kommentarfunktion direkt in Qlik sind jedoch sicherlich die kommerziellen Extensions Vizlib Finance und das IBCS Hichert-konforme TRUECHART4QLIKSENSE (bzw TRUECHART4QLIKVIEW).

Vizlib Finance Extension

Die Finance Extension wurde ursprünglich von Climber für Qlik Sense entwickelt, und dann von Vizlib übernommen. Die aktuelle Version hat nun eine Zellen-basierte Kommentar-Funktion, die sogar in den Excel-Export übernommen wird.

Vizlib Finance Extension


Der Entwickler kann pro Kennzahl erlauben ob Kommentare erlaubt sind. Dem Endanwender werden bestehende Kommentare durch kleine Kreise mit der Anzahl der Kommentare symbolisiert.

Kommentare auf Zellenebene



Die Eingabe der Kommentare erfolgt direkt im Browser.




Via "Export to Excel with Comments" werden die Kommentare mit exportiert.

Vizlib Finance mit Export nach Excel



TRUECHART

TRUECHART ist die IBCS-konforme Extension für Qlik schlechthin. Schon seit QlikView 10 gibt es diese Extension für den AJAX Client, und stellt auch dort bereits viele Hichert Konzepte zur Verfügung. In Qlik Sense  ist das Arbeiten mit Extensions natürlich weitaus komfortabler, weil direkt im Browser gearbeitet werden kann.

Am Screenshot unterhalb sieht man, dass nicht mehr viel von der "normalen" Qlik Sense Darstellung übrig bleibt. Selbst die Filter kann man sehr kompakt über die TRUECHART Menu Bar einstellen.

TRUECHART P&L Darstellung mit Kommentaren
Auf der Webseite findet sich aktuell auch ein interessantes COVID -19 Dashboard. Hier sieht man, dass die Darstellungen weit über P&L hinaus gehen, und ein gesamtes Dashboard mit TRUECHART gestaltet werden kann.







Die verfügbaren Demoapplikationen für QlikView und Qlik Sense finden sich unter diesem Link.

Qlik Sense Variance Waterfall für Bestände

Ab Qlik Sense Sept 2019 kommt im "Visualization Bundle" das Variance Waterfall Chart mitinstalliert. Die Darstellung ist viel dynamischer als das normale Wasserfalldiagramm, weil man nicht für jeden Balken eine eigene Expression schreiben muss.

Für normale YTD-Darstellungen in einer Vertriebsapplikation ist das Chart recht Straight Forward. Das Variance Waterfall Chart nutzt die gleichen Formeln wie das normale Wasserfalldiagramm, und läuft zusätzlich über das "Monat"-Feld. Im Beispiel unterhalb sieht man so auf einem Blick, dass die Monate Jänner, Februar und März noch besser als das Vorjahr waren, bevor sich dann in den Folgemonaten der Umsatz YTD schlechter entwickelt hat.

Qlik Sense Wasserfall Variance
Mit den YTD und YTD Vorjahr Formel zeigt das Variance Waterfall die Umsatzenwicklung nach Monaten aufgerissen!

Zuletzt hatten wir jedoch eine Anforderung mit diesem Charttyp die Veränderung von Beständen darzustellen. Beispiele dafür wären: Lagerbestände, Entwicklung Anzahl Kunden pro Monat, usw.

Für diese Anforderung scheint das Chart nicht unbedingt geschaffen, weil es das Konzept von Start-Bestand und End-Bestand nicht wirklich kennt, und es keine Differenz zum Vormonat bildet. Man sieht das ganz gut, wenn man sich den Javascript Code der Extension von Qlik  ansieht.

Wieder hilft uns aber ein Workaround den wir schon für die Sparklines im Climber KPI Objekt  (mittlerweile in das kommerzielle Vizlib aufgegangen) vorgestellt hatte. Mittels dimensionality(), below() und firstsortedvalue() kann man auch diese Anforderung darstellen. Die Formeln sind nur ein wenig komplizierter. Zum Test gibt es die Werte rechts als Tabelle.

Über zwei Jahre entwickelt sich der Lagerstand von 700.000 auf 670.000



STARTFORMEL:

rangesum(FirstSortedValue(distinct   aggr(nodistinct sum(Bestand),Monat), Monat,1),-0)



ENDFORMEL:
if (dimensionality() = 0,
 //Höhe Balken Zielmonat
 rangesum(FirstSortedValue( distinct   aggr(nodistinct sum(Bestand),Monat), -Monat,1))
,
 //Wert des Vormonats
    alt(
       below(
        rangesum(FirstSortedValue( distinct   aggr(nodistinct sum(Bestand),Monat), -Monat,1),-0)
        ,1)

     ,
 
        //im letzten Monate keinen Unterschied zeichnen
        rangesum(FirstSortedValue( distinct   aggr(nodistinct sum(Bestand ),Monat), -Monat,1))
    )

 )



Als Dimension nutzen wir ein eigenes Feld "MonatWasserfall" welches um ein Monat zum tatsächlichen Datum verschoben ist. Damit ist die Beschriftung dann schlüssiger.


Weil Bestände oft sehr hoch, und die Veränderungen verhältnismäßig klein sind können, haben wir auch noch die Funktion eingebaut, dass sich ein Anwender selbst den Skala-Start definieren kann. Gibt er in das Inputfeld 400.000 ein, sieht das Chart folgendermaßen aus, weil die Y-Achse nicht mehr bei 0 beginnt.


Variance Waterfall mit Y-Achse Start auf 400.000


Gibt der User gar keinen Wert ein, dann wählen wir mit der Formel =if(len(vSkala)=0, min (aggr(sum(Bestand),Datum)) * 0.95 ,vSkala) den Skalenwert dynamisch und geben ihn als Fußnote aus.



Dynamischer Y-Achse Startpunkt


Alternativ zur vorgestellten Lösung könnte ein As-Of-Ansatz im Datenmodell funktionieren wo immer das Vormonat "mitselektiert" wird. Das bleibt zu testen. Wer für unsere Lösung herausfindet wie man den letzten roten Balken im Jänner 2021 mit dem Wert 0 loswerden kann, darf sich gerne melden :-)

Der Download zum Qlik Sense Beispiel findet sich hier.

Process Mining mit Qlik Sense


Das Thema Process Mining begleitet uns seit einigen Jahren durch unsere Qlik Projekte.  Mit der Process Mining Extension von Mehrwerk für Qlik Sense ergeben sich ganz neue Möglichkeiten beim Bau eines Qlik Dashboards.

Process Mining mit Qlik Sense
Process Mining mit Qlik Sense


Die Darstellung von Prozessen in QlikView war stets schwierig, weil Prozessinstanzen beliebig viele Prozessschritte haben können, und keine Standarddarstellung hier ein befriedigendes Ergebnis liefert.

In einigen Projekten haben wir uns mit dem Parallel Coordinates Diagramm beholfen, um so etwas wie einen "Happy Path" darzustellen. Wenn im Prozess jedoch "Schleifen" vorkamen, oder der gleiche Prozessschritt von der Prozessinstanz mehrmals durchlaufen wurde, war die Darstellung nicht ideal.


QlikView - Parallel Coordinates für Prozessdarstellung
QlikView - Parallel Coordinates für Prozessdarstellung. Die dicke Linie ist die häufigste Prozessvariante



In Qlik Sense sieht die "Process Mining-Welt" nun anders aus: Die Qlik Sense Extension von Mehrwerk kommt einerseits mit der graphischen Extension, andererseits aber auch mit einem fertigen Script um die Prozessvarianten inklusive Schleifen zu erkennen und in einem Qlik Sense Template Dashboard darzustellen.


Datentechnisch ist der Input für Process Mining relativ straight forward. Typischerweise haben die Kunden diese Daten in Ihrem ERP oder MES-Systemen so oder so ähnlich vorliegen. Zwingend sind die 4 Spalten:

  • CaseID
  • ActivityName
  • ActivityStart
  • ActivityEnd

Process Mining Vorlage
Process Mining - Vorlage Datenstruktur

Zusätzlich können die Daten natürlich in Qlik angereichert werden. So kann sowohl für jede einzelne Process-Instanz (CaseID) als auch bei den einzelnen Activities verschiedene Attribute wie Kosten pro Maschinenstunde, etc. hinterlegt werden.

Um das Qlik Sense Process Mining Template zu beladen, muss man entsprechend im Script einige Zeilen auf die Namenskonventionen des Templates anpassen. Der Rest wird dann durch das mitgelieferte Qlik Sense Script angereichert. Die Rohdaten bleiben im Qlik Dashboard aber immer erhalten und können dort zur Validierung der Zahlen herangezogen werden.

Process Mining Qlik Template Script
Template Script um eigene Processdaten zu laden


Somit hat man nach kurzer Zeit ein befülltes Process Mining Dashboard um erste eigene Prozess-Daten sichten zu können. Und bisher war das immer ein spannender Augenblick :-)


Im Beispiel unterhalb sieht man, dass es für unseren Prozess 7059 verschiedene Ausprägungen existieren. Die graphische Process Mining Extension rechts zeigt defaultmäßig die Top 10 Varianten, mit denen 74,94% aller Prozessinstanzen abgedeckt werden.

Process Mining Qlik Dashboard
Process Mining Dashboard

Process Mining Qlik Extension Details
Die Process Mining Extension im Detail
Die Activities und Prozesskanten können natürlich wie gewohnt in Qlik Sense selektiert werden, und das restliche Dashboard passt sich entsprechend an.

Für komplexere Abfragen von Prozessen kann man auch den integrierten Querybuilder nutzen. Damit lassen sich dann Abfragen bilden wie: Gib mir alle Prozessvarianten die als zweite Aktivität "Change Quantity" haben, und später die Aktivität "Remove Payment Block" vorkommt. Eine solche Abfrage wäre mit der normalen Qlik Grün/Weiß/Grau-Logik nicht einfach zu bewerkstelligen.

Process Mining Qlik Query Builder
Query Builder um bestimmte Prozessvarianten abzufragen

Das Qlik Sense Process Mining Template enthält noch viele spannende Themen wie:

  • Abweichungen vom Standardprozess 
  • Comparison von Prozessinstanzen mit Qlik Alternate States (Auswahlräumen)
  • Impact Analysen
  • Time Analysis

Natürlich kann die Qlik Sense Applikationen wie gehabt nach Ihren Wünschen angepasst und um eigene Arbeitsblätter erweitert werden.

Unterhalb noch einige Screenshots. Am meisten Spaß macht es aber das Thema mit den eigenen Daten auszuprobieren. Bei Interesse, nehmen Sie gerne mit uns Kontakt auf!

Process Deviation Analysis
Process Deviation Analysis - Abweichungen vom Sollprozess


Comparison Analysis mit Qlik Alternate States
Comparison Analysis mit Qlik Alternate States

Raw Data die das Dashboard befüllt
Raw Data, die das Dashboard befüllt


Zusätzliche Features mit der Qlik Sense Enterprise Lizenz

Die Qlik Sense Enterprise Lizenz schaltet mehr Features & Software Produkte frei als man glauben könnte: Erweiterte Geoanalysen, Webkonnektoren zu Anbietern wie Google Analytics, Microsoft Dynamics CRM  sowie das Qlik Datamarket Essentials Paket. Hier ein kleiner Überblick was man mit der Qlik Sense Lizenz alles machen kann.

Qlik Geo Analytics mit Qlik Sense Lizenz
Qlik Geo Analytics mit Fahrtzeiten. Freigeschalten mit der Qlik Sense Lizenz

Im Qlik Sense LEF File finden sich einige interessante Einträge mit dem Keyword "YES".  Wir  wollen hier Schritt für Schritt darauf eingehen was welcher Eintrag bedeutet.

Die markierten Einträge erlauben es, mit der gleichen Lizenz nicht nur Qlik Sense Enterprise zu aktivieren, sondern auch die Qlik Produkte GeoAnalytics, Webconnectors und Qlik Datamarket Essentials.

Diese Addons sind Akquisitionen die die Qlik in den vergangenen Jahren getätigt hat. Als Qlik Sense Kunde darf man diese nun "mitbenutzen". Die Download stehen auf der Qlik Downloadseite bereit, sofern Ihr Qlik Community User dafür korrekt freigeschalten ist. Ansonsten nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.


Qlik Datamarket Essentials

Qlik hat Ende 2014 die Firma Datamarket.com gekauft. Mit dem Lizenzeintrag "QDM_ESSENTIALS" wird bei der Qlik Sense Installation ein zusätzliches Datenpaket "Essentials" freigeschalten, das folgende Dateninhalte im Qlik Sense Datamanager bereitstellt.

Qlik DataMarket Essentials Paket
Qlik DataMarket Essentials Paket

Wählt man zum Beispiel "Currency", kann man sich über einen Dialog die Währungsumrechnungen in den Daten ergänzen.

Qlik Datamanager bietet einen Wizard zum Hinzufügen der Daten

Das Paket ist ganz nett, aber gleichzeitig auch recht eingeschränkt. Es gibt weitere kommerzielle Pakete, oder man nutzt andere APIs um zum Beispiel detailliertere Wetterdaten zu bekommen.


Webconnectors

2016 hat Qlik die Firma Industrial Codebox gekauft. Diese hat sich auf die Entwicklung von Konnektoren zu Webservice wie Google Analytics, Facebook, Twitter, Microsoft Dynamics CRM konzentriert.

Die Qlik WebConnectors sind ein eigenes Setup, dass man als Windows Service laufen lassen kann. Das Qlik Ladescript greift dann auf die Daten via HTTP zu und übergibt die Parameter in der URL.

Die Standardkonnektoren kann jeder QlikView und Qlik Sense Kunde frei installieren. Mit der Lizenzzeile "WEBCONNECTORS" können Sie aber auch alle Premium Konnektoren nutzen, und unterliegen nicht dem halbjährlichen Upgradezwang der Standardkonnektoren.

Qlik Sense Lizenz einspielen um Premium Konnektoren zu aktivieren
Qlik Sense Lizenz einspielen um Premium Konnektoren zu aktivieren


Diese zusätzlichen Konnektoren sind nun freigeschalten




Geo Analytics

Qlik hat die skandinavische Geo Analytics Firma Idevio Maps im Jahr 2017 gekauft. Diese bot  kommerzielle Extensions für QlikView und Qlik Sense an. Seither wandern viele Features von Idevio in das Qlik Sense Standard-Kartenobjekt. Die Idevio Funktionalität existiert aber weiterhin und kann mit den Lizenzeinträge GEOPLUS und GEO ANALYTICS installiert & freigeschalten werden.

Unterhalb sieht man wie sich die Qlik Sense Extensions sogar noch als "Idevio" registrieren.



Die Extensions bieten einige interessante Darstellungen wie Fahrzeitanalysen zu Standorten an. Dafür werden jedoch Daten in die Cloud geschickt.

Weiters besteht natürlich das Risiko, dass diese Extensions langsam "sterben", wenn alle Features in das Qlik Sense Standardkartenobjekt wandern. Auch der Druck mit NPrinting und die Integration in Stories ist nicht möglich.

Qlik Geo Analytics Travel Time
Qlik Geo Analytics Travel Time

Catchment area
Qlik Geo Analytics Catchment Area


Qlik Geo Analytics - Potential for new location



Weiters kann man den Geo Analytics Connector Qlik GeoAnalytics Connector im Qlik Datamanager nutzen. Leider ist aber hier die Address Lookup Funktion nicht freigeschalten.

Qlik Geo Analytics Connector


Qlik Geo Analytics Connector - Operatoren



Qlik Sense Theme - Zebra Striped Tables & Pivots

Seit Qlik Sense Februar 2018 gibt es die Möglichkeit eigene Themes für Qlik Sense zu bauen. Diese Woche habe ich eine interessante Frage bekommen: kann man die Zeilen in Tabellen und Pivottabellen alternierend einfärben um die Lesbarkeit zu erhöhen? JA, kann man!

Qlik Sense Default Objekte with Zebra stripes
Die Tabellen mit alternierend weißen und grauen Zeilen in Default Qlik Sense Objekten
Aus QlikView kennen wir das Feature einfach als Einstellung beim Objekt. In Qlik Sense gibt es dieses Property nicht, dafür hat man natürlich den Vorteil, dass man den Qlik Sense Webclient über CSS steuern kann.

QlikView vs. Qlik Sense Zebra Stripes
QlikView Stripes vs. Qlik Sense Table

Wie man Zebra Stripes mit CSS definiere kann findet man unter w3schools.com. Als Ausgangspunkt für ein Qlik Sense Theme habe ich das QDT-Theme vom Qlik Demo Team hergenommen. Dort sieht man in der theme.css bereits einige Styles definiert. Zusätzlich habe ich folgendes eingefügt.

css for Qlik Sense zebra stripes
.css Anweisung für Zebra Stripes
Das .zip File mit dem modifizierten Theme steht hier zum Download.

Um das Theme am Qlik Sense Server zu deployen, das .zip File in der QMC als Extension importieren.



Dann kann das Theme "qdt theme" über die Qlik Sense App Settings eingestellt werden.



Voilà - alle Tabellen werden jetzt schön gestreift dargestellt! Sogar wenn man das Balkendiagramm rechtsklickt und sagt "Daten anzeigen", wird die Tabelle gestreift. Das hat sogar mich positiv überrascht :-)





Folgende .css ergänzt auch ein Hovering, damit man die markierte Zeile besser sehen kann
 .qv-object-content-container .qv-object-content table tr:hover {
          background-color: #ffff99;
 }



Will man das Feature in allen Themes, ohne die Themes anzupassen, kann man die Styles am Ende der client.css ergänzen. Bitte bei jedem Update mitziehen.


In Qlik Sense Nov 2019 haben sich die .css Datei und Klassen geändert

Qlik Sense Nov 2019 CSS


C:\Program Files\Qlik\Sense\Client\views\common

.qv-object-content-container .qv-object-content table tr:nth-of-type(2n) {
    background: #f1f1f1;
}

.qv-object-content-container .qv-object-content table tr:hover {
    background-color: #ffff99;
}



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